Geotermie - Erdwärme nutzen

Mit dem Begriff Geothermie bezeichnet man jene Wärmeenergie, welche unterhalb der Erdoberfläche gespeichert ist. Die Geothermie stellt eine Alternativenergie zu den heute verfügbaren Energieträgern, wie Erdgas, Erdöl, Biomasse, Holz usw. dar.

Im Inneren der Erde befinden sich immense Wärmemenge, welche nur darauf warten genutzt zu werden. In den meisten Regionen der Erde beträgt diese Temperatur in einer Tiefe von 500 Metern etwa 25° bis 30° Celsius, in 1.000 Metern etwas 30 bis 45° Celsius.

Man kann hierbei im Gegensatz zu fossilen Energieträgern, von einer unerschöpflichen Energiequelle sprechen.


Es gibt mehrer Möglichkeiten die Wärme der Erde für den Menschen nutzbar zu machen.Anbei die zwei am häufigsten angewendeten Methoden:

  • mittels Erdsonden (Tiefenbohrung)
  • mittels Flächenkollektoren (Erdregister)

Erdsonden (Tiefenbohrung)

Bei dieser Methode der Wärmegewinnung werden vertikale Löcher von 50 bis 150 Metern Tiefe in das Erdreich gebohrt. In diese Löcher werden dann Rohre verlegt (geschlossener Kreislauf mit Vor- und Rücklauf), welche die Erdwärme, mittels einer Wärmeträgerflüssigkeit (Wasser mit Frostschutzmittel) von der Tiefe nach oben transportiert.
In der Regel beträgt die somit gewonnene Wärmeenergie eine Temperatur von ca. 12 bis 13° Celsius.
Mittels einer Wärmepumpe wird die Wassertemperatur noch weiter angehoben, damit sie für die Raumheizung und Warmwassererwärmung nutzbar gemacht werden kann.
Damit diese Art der Erdwärmenutzung auch ökonomisch sinnvoll betrieben werden kann, ist eine Niedertemperaturheizung, wie z.B. Boden-, Wand- oder Deckenheizung, Voraussetzung.


Flächenkollektoren (Erdregister)

In einer Tiefe von ca. 1,5 bis 2 Metern werden die Rohre horizontal verlegt. Auch hierbei sind die Rohre mit einer Wärmeträgerflüssigkeit ausgestattet, welche die Erdwärme an die Wärmepumpe weitergibt.
Der große Nachteil dieses Systems ist der relativ große Bedarf an Fläche. Für ein durchschnittliches Privatgebäude wird eine Fläche von ca. 500 – 600 Quadratmeter benötigt. Zudem ist diese Technik der Erdwärmenutzung bedingt durch ihre geringe Tiefe, stark von saisonalen Temperaturschwankungen abhängig.

Kosten

Die Investitionskosten für die Erdwärmenutzung liegen wesentlich höher als bei herkömmlichen Heizsystemen, jedoch ist zu Bedenken, dass bezüglich der Langelebigkeit wesentlich längere Zeiten gelten. Bei einer herkömmlichen Heizanlage kann man davon ausgehen, dass sie nach 20 bis 25 Jahre zu ersetzten ist. Bei der Erdwärmenutzung ist lediglich die Wärmepumpe zu erneuern, da für das Rohsystem von Seiten der Hersteller z.T. Garantiezeiten von 100 Jahren zugesichert werden. Die Kosten für die Neuanschaffung der Wärmepumpe liegen bei einem durchschnittlichen Privathaushalt (Leistung der Heizanlage 15 kW) in der Größenordnung von ca. 9.300 € (inkl. 10% MwSt.).

Hinweis:
Die Verlängerung der gesetzlichen Garantiezeiten, sollte man sich auf jeden Fall schriftlich bestätigen lassen.

Für eine Anlage mit einer Leistung von 15 kW (durchschnittliches Einfamiliengebäude) entstehen für eine Erdwärmenutzung mit Erdsonden (Tiefenbohrung) Kosten in Höhe von ca. 21.500 € , mit Flächenkollektoren Kosten in Höhe von ca. 14.000 € (bereits abzüglich des Landesbeitrag von 30% und inklusive 4% MwSt.).

Weitere Informationen zum Kostenvergleich der verschiedenen Heizsystemen sind im Infoblatt „Heizanlagen im Vergleich“ zu finden.

Tipp

Die Wirtschaftlichkeit der Erdwärmenutzung hängt massiv von der jeweiligen Gebäudequalität, sowie dem Standort des Gebäudes ab. Um so weniger Energie ein Gebäude benötigt, um so effizienter wird die Nutzung der Erdwärme.
Um festzustellen, ob die Erdwärmenutzung für das jeweilige Gebäude wirklich die „idealste“ Lösung ist, sollte im Vorfeld eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt werden.

Weitere Informationen:
www.verbraucherzentrale.it
www.wer-weiss-was.de/theme93/article2920673.html
www.test.de

Stand 02/2008