Gebäudesanierung Mindestanforderungen

Energiesparend Sanieren

Die gesetzlichen Mindestanforderungen gelten für Gebäuden die einer größeren Renovierung unterzogen werden, sowie im Falle eines Austausches oder der Erneuerung von gebäudetechnischen Systemen oder Bauteilen.
Eine Ausnahme stellen die denkmalgeschützten Gebäude und die Gebäude die dem Ensembleschutz unterliegen dar. Auch freistehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von weniger al 50 m², sowie landwirtschaftliche Gebäude, Industrie- und Handwerksgebäude sind von der Regelung nicht betroffen.

Weitere Details dazu sind im Beschluss der Landesregierung Nr. 362 vom 04.03.2013 und dem Beschluss Nr. 2012 vom 27.12.2013 enthalten.

Die Nichtanwendung der Mindestanforderungen, muss in Form einer technischen wirtschaftlichen Dokumentation durch einen qualifizierten Techniker nachgewiesen werden.

Unter einer größeren Renovierung ist zu verstehen, dass mehr als 25% der Gebäudehülle (ohne Fensterflächen) einer Erneuerung unterzogen werden, durch welche deren Beschaffenheit verändert wird.

Beim Austausch oder der Erneuerung maßgeblicher Komponenten der gebäudetechnischen Systeme müssen Produkte verwendet werden die dem neuesten Stand der Technik entsprechen.

Mindestanforderungen


Gesamtprimärenergiebedarf

Der Gesamtprimärenergiebedarf muss zu mindestens 25% aus erneuerbaren Energiequellen abgedeckt werden. Alternativ dazu muss der Gesamtprimärenergiebedarf durch Verbesserung der Effizienz der betroffenen Anlage um mindestens 25% verbessert werden. Wird der gesamte Bedarf an thermischer Energie aus Fernwärme bezogen entfällt diese Anforderung.

Warmwasserbereitung

Der Warmwasserbedarf muss bei einem Austausch oder der Erneuerung gebäudetechnischer Systeme zu mind. 60% aus erneuerbaren Energiequellen abgedeckt werden. Alternativ dazu kann auch der Gesamtprimärenergiebedarf durch Verbesserung der Effizienz der betroffenen Anlage um mindestens 25% reduziert werden. Diese Anforderung entfällt, wenn ein Gebäude den gesamten Bedarf an thermischer Energie aus Fernwärme bezieht.

Wärmedurchgangskoeffizienten und sommerlicher Wärmeschutz

Bauteile, die bei gänzlicher oder teilweiser Renovierung, bei außerordentlicher Instandhaltung der Gebäudehülle und bei der Erweiterung von bestehenden Gebäuden von einem Eingriff betroffen sind müssen die Grenzwerte für Wärmedurchgangkoeffizienten und den sommerlichen Wärmeschutz erfüllen.

Mindest-U-Werte in W/m²K
Gebäude in der Klimazone E
Opake vertikale Bauteile nach Außen: 0,34
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Dach: 0,30
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Decken: 0,33
Fensterverglasung: 1,7
Gesamt U-Wert des Fensters: 2,2

Gebäude in der Klimazone F
Opake vertikale Bauteile nach Außen: 0,33
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Dach: 0,29
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Decken: 0,32
Fensterverglasung: 1,3
Gesamt U-Wert des Fensters: 2,0

Der U-Wert: gibt Auskunft über die Wärmeverluste der einzelnen Bauteile und wird rechnerisch anhand der verwendeten Materialien ermittelt. Je kleiner der Wert, desto besser, also desto geringer die Energieverluste.

Grenzwerte sommerlicher Wärmeschutz:
Diese Grenzwerte betreffen nur Gebäude der Klimazone E. Als Grenzwert gilt eine Phasenverschiebung von 9 Stunden.

Die Klimazonen der Südtiroler Gemeinden sind im Beschluss der Landesregierung Nr. 362 vom 04.03.2013 unter Anlage 4 enthalten.

KlimaHaus Ausweis

Der KlimaHaus Ausweis ist für alle Gebäude erforderlich die einer größeren Renovierung unterzogen werden und wird von der Klimahausagentur ausgestellt. Die Berechnungen dürfen ausschließlich von Fachleuten durchgeführt werden, welche in den jeweiligen Berufsverzeichnissen eingetragen sind.
Der Klimahausausweis hat eine Gültigkeit von 10 Jahren ab Ausstellungsdatum und muss bei jedem Eingriff, der die Energieeffizienz wesentlich ändert, aktualisiert werden.

Bei Gebäuden die einer größeren Renovierung unterzogen werden muss der Bauherr erklären, dass die Unteralgen für die Berechnung der Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes vor Baubeginn an die KlimaHaus-Agentur übermittelt wurden.

Der Klimahaus Ausweis muss der Gemeinde vor Ausstellung der Benutzungsgenehmigung vorliegen. Der Klimahaus Ausweis wird innerhalb 60 Tagen ab Erklärung über den Abschluss der Arbeiten ausgestellt. Diese Erklärung muss vom Bauherrn vorgelegt werden.

Kosten

Die Kosten für die die Klimahausberechnung von Seiten des Fachmannes und die Anpassung der Pläne (farbliche Differenzierung, Polylinien, Details), Detailberechnungen und der erforderlichen Fotodokumentation fallen je nach Aufwand unterschiedliche Kosten an. Um die Kosten überschau bar zu halten sollte vorab ein schriftliches Angebot eingeholt werden.

Zusätzlich werden von Seiten der Klimahaus Agentur Kosten für den Klimahausausweis bzw. die Zertifizierung eingehoben. Für Gebäude mit einer beheizten Nettogeschossfläche von bis zu 500 m² beträgt der Kostenpunkt 870 Euro.

Kubaturerweiterung im Rahmen einer energetischen Sanierung

Wird ein bestehendes Wohngebäude energetische Saniert und erfüllt die gesetzlich vorgegebenen Voraussetzungen, so kann der Energiebonus in Anspruch genommen werden.

Weitere Details dazu im Infoblatt „Energibonus für Gebäudesanierung für Privatpersonen“.


Weitere Infos:

www.verbraucherzentrale.it
www.klimahaus.it
www.provinz.bz.it


Infoblatt: WA 53 - Stand: 10/2015