Das Einmaleins der Elektroinstallation

Kabelsalat – wohin mit den Steckdosen

Dem Strom wird bei der Planung des Gebäudes meist zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dies führt oft zu einem unerwarteten Mehraufwand und somit zu nicht unwesentlichen Zusatzkosten.
Bereits 1 Steckdose, die vergessen wurde, kann unter Umständen bedingt durch den höheren Aufwand bereits über 100,00 € kosten.

Unnötige Mehrkosten vermeiden

Die Mehrkosten, welche durch eine späte Planung der Elektroinstallation entstehen können, lassen sich leicht einsparen, indem man sich rechtzeitig, also vor Beginn der Rohbauphase mit einem Elektrofachmann in Verbindung setzt und gemeinsam bestimmt, wo welche und wie viele Schalter und Steckdosen installiert werden sollen.

Planung der Elektroinstallation

Man sollte sich rechtzeitig überlegen:
  • wo die Lampen installiert werden sollen;
  • wo die Beleuchtungskörper vorgesehen werden können;
  • wo überall Steckdosen platziert werden sollen.

Verlegungsplan

Die Leitungsführung sollte auf jeden Fall in einem Verlegungsplan eingezeichnet werden, damit bei eventuellen späteren Restaurierungsarbeiten genau weiß, wo welcher Kabel bzw. welches Rohr verläuft.

Kosten sparen

Durch das Aussparen größerer Mauerschlitze für z.B. Hauptleitungen, Nischen für Verteiler oder den Zählerschrank können unnötige Mehrkosten vermieden werden.

Wichtiger Hinweis:
Bevor die Plazierung der Steckdosen erfolgen kann, sollte der Einbauplan der Küche bereits vorliegen, sowie die Öffnungsrichtungen der Türen bekannt sein.
Im Grunde sollte man zu diesem Zeitpunkt bereits wissen, wie die Räume eingerichtet werden. Auf diese Weise kann vermieden werden, dass sich die Steckdosen hinter Möbel oder anderen Gegenständen verbergen.

Schritt für Schritt zur fertigen Installation

Nachdem die Planung und der Verlegungsplan abgeschlossen sind, werden sämtliche Schalter, Steckdosen und Abzweigdosen an den Rohbauwänden eingezeichnet.

Nun kann man noch einmal nachkontrollieren, ob man ja keine Steckdose vergessen hat und alles im Verlegungsplan eingezeichnet wurde.

Nachdem der Elektriker sämtliche Dosen gesetzt hat, werden diese mit Putzdeckeln versehen, damit die Putzarbeiten beginnen können.

Tipp: Bevor es mit den Verputzarbeiten losgeht, sollte man jeden Raum und somit den Standpunkt einer jeden Dose sicherheitshalber auch noch einmal fotografisch festhalten.

Vorschlag für die Elektroinstallation eines Drei-Personen-Haushaltes (Mindestausstattung)


Wohnzimmer
  • 1 Lichtschalter und 1 Lichtpunkt
  • 1 Steckdose für eine Leselampe
  • 3 Steckdosen für Fernseher, Sat-Empfänger, Stereoanlage
  • 1 Antennenanschluss

Küche
  • 1 Lichtschalter für die Lampe oberhalb des Esstisches
  • 1 - 2 Lampen für die Küchenzeile
  • 1 Steckdose für den Kühlschrank und / oder Gefrierschrank
  • 2 Steckdosen für die Küchengeräte
  • 1 Steckdose für die Mikrowelle
  • 1 Steckdose für das Radio
  • 1 Steckdose für die Geschirrspülmaschine
  • 1 Steckdose für den Küchenherd und das Backrohr
  • 1 Steckdose für die Abzugshaube

Schlafzimmer Eltern
  • 1 Lichtschalter und 1 Lichtpunkt
  • 2 Steckdosen für die Leselampen

Schlafzimmer Kinder
  • 1 Lichtschalter und 1 Lichtpunkt
  • 1 Steckdose für die Leselampe

Hausflur
  • 2 Lichtschalter oder mehr je nach Flurlänge inklusive Lichtpunkte
  • 1 Telefonanschluss

Badezimmer (Achtung: Nassräume unterliegen besonderen Sicherheitsnormen!)
  • 1 Lichtschalter für die Deckenlampe
  • 1 Lichtschalter für das Licht am Spiegel
  • 1 Steckdose für Föhn, Rasierapparat, ...
  • 1 Steckdose für die Waschmaschine
  • 1 Steckdose für den Wäschetrockner

Eingangstür
  • 1 Klingeltaster für die Glocke
  • 1 Lichtschalter mit Lichtauslass

Balkon / Terrasse
Einen Lichtschalter, eine Steckdosen und ein Leerrohr für die elektrische Markise zählen zwar nicht zur Mindestausstattung, sind dennoch im Bedarfsfall sehr praktisch.

Ob Einzelleuchten, in Decken eingebaute Strahler (Spots), oder abgehängte Lichtsysteme (Glühlampen, Halogenlampen, Leuchtstofflampen), für jedes System bedarf es unterschiedlicher Installationssysteme.
Aus diesem Grund sollte man sich rechtzeitig auf die Suche nach den gewünschten Leuchtkörpern machen.

Prinzipiell gilt: Lieber ein Rohr mehr verlegen lassen, als zu wenig!
Leerrohre kosten weniger, als im Nachhinein kostenaufwendige Stemmarbeiten durchführen zu lassen.

Staubsaugeranschluss

Je nach Größe der Wohnung, sollte gegebenenfalls auch jedes Zimmer über eine eigene Steckdose für den Staubsaugeranschluss verfügen.

Internetanschluss

Möchte man sich zu einem späteren Zeitpunkt ans Internet anschließen, so sollte man bereits jetzt daran denken, die entsprechenden Leerrohre und Unterputzdosen vorzusehen.

Auch die Kinder werden größer und haben dann vielfach den Wunsch sich im Web zu tummeln. Aber auch für schulische Zwecke ist das Internet fast nicht mehr wegzudenken, also sollte man bereits in der Planung entscheiden, ob auch im Kinderzimmer eine entsprechende Vorinstallation (Leerrohe, Unterputzdose) vorgesehen werden sollten.

Elektrische Rollokästen

Sollte man den Wunsch nach elektrischen Rollos haben, so muss auch dies in der Planungsphase berücksichtigt werden. Dieser höhere Komfort bringt pro Rollo Kosten in Höhe von ca. 400,00 Euro mit sich.

Alarmanlage

Möchte man sich eine Alarmanlage anschaffen, so muss man sich rechtzeitig entscheiden, welches System gewählt wird. Sollte man zusätzlich Fenster- und Türenkontakte wünschen, so muss auch dies bereits in der Planungsphase vorgesehen werden.
Eine Standardalarmanlage bringt Kosten in der Größenordnung von ca. 2.000,00 Euro mit sich.

Netzfreischalter

Die Schlafzimmer sollten mit Netzfreischalter ausgestattet werden, um ein strahlenfreies Schlafen zu ermöglichen. Auch dies muss bereits in der Planungsphase entschieden werden, da hierfür eine gesonderte Leitung verlegt werden muss.

Kosten für die Elektroinstallation

In einer 90 m²-Wohnung (5 Räume) beläuft sich die Kosten für eine einfache Elektroinstallation auf in etwa 5.500,00 Euro.
Der Preis kann sich aber schnell erhöhen, wenn z.B. spezielle Designwünsche erfüllt werden sollen.

Überprüfen der Anlage durch den Fachmann

Nach Abschluss der Elektroinstallation überprüft der Elektriker noch einmal die gesamte Elektroanlage und stellt die Konformitätsbescheinigung (Bestätigung, dass die gesamte Installation gemäß den gesetzlichen Mindeststandards erfolgt ist) aus.
Diese wird später von der Gemeinde für die Erstellung der Benutzungsgenehmigung benötigt.

Infoblatt WA117 Stand: 09/2008