Energiebonus für Gebäudesanierung für Privatpersonen

Der Energiebonus stellt eine Möglichkeit dar ein bestehendes Gebäude im Zuge einer energetischen Sanierung zu erweitern. Um den so genannten Energiebonus nutzen zu können müssen einige Auflagen erfüllt und Voraussetzungen gegeben sein.

Auflagen und Voraussetzungen

  • Das Gebäude muss im Zuge der Sanierungsarbeiten von einer niedrigeren KlimaHaus-Klasse mindestens in die KlimaHaus-C-Klasse eingestuft werden oder mit der Zertifizierung Klimahaus R eine Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes erreichen. .
  • Das Gebäude muss vor dem 12.01.2005 errichtet worden sein, bzw. vor diesem Datum über die Baukonzession verfügt haben.
  • Das Gebäude muss eine Baumasse über Erde von wenigstens 300 m³ aufweisen.
  • Das Gebäude muss vorwiegend (mind. 50%) für Wohnzwecke genutzt werden.
  • Bei der Erweiterung muss es sich um Baumasse für Wohnzwecke handeln.

Bei nicht bewohnbaren, rechtmäßig bestehenden Dachgeschossen, die für Wohnzwecke wiedergewonnen werden kann der Energiebonus auch überschritten werden, bis auf das für die Bewohnbarkeit des Geschosses unbedingt erforderliche Ausmaß. Die zulässige Baumasse darf dabei ausschließlich im Bereich des Dachgeschosses verwendet werden. Zudem darf die zulässige Gebäudehöhe um höchstens 1 Meter überschritten werden.

Energiebonus in Wohnbauzonen

Neben den bereits erwähnten Auflagen und Voraussetzungen gilt in den Wohnbauzonen A, B und C zusätzlich Folgendes:

Bestehende Baumasse mit der Zweckbestimmung laut Art. 75 Absatz 2 Buchstabe b) (Dienstleistung – Ausnahme Handel) und c) (Detailhandel) des Landesraumordnungsgesetzes wird für die Gewährung des Energiebonus gleich behandelt wie jene mit der Zweckbestimmung „Wohnung“.

Praktische Anwendung

Durch die Inanspruchnahme des Energiebonus für die Gebäudesanierung kann das bestehende Gebäude im Ausmaß von 20% der bestehenden Baumasse mit einem Minimum von 200 m³ erweitert werden. Im landwirtschaftlichen Grün darf der Bonus die 200 m³ hingegen nicht überschreiten.

Werden mehr als 50% der bestehenden Baumasse abgebrochen kommt der Energiebonus für den Neubau zur Anwendung. Das Ausmaß der Erweiterung ist in diesem Fall abhängig vom KlimaHaus-Standard und beträgt zwischen 10 und 20%.

Auch bei einer Verlegung aus Gefahrengründen kann der Energiebonus in Anspruch genommen werden.

In Wohnbauzonen ist eine Überschreitung der maximal zulässigen Höhe um bis zu 3 Meter gestattet. Sofern von der Gemeinde festgelegt, kann dies auch in Ermangelung eines Durchführungsplanes erfolgen. In diesem Fall ist zu gewährleisten, dass ein gewisses Verhältnis zwischen Wandhöhe und Abstand des gegenüberliegenden Gebäudes gewährleistet werden.
Bei einer Überschreitung über 3 Meter ist ein Durchführungsplan bzw. die Abänderung des geltenden Durchführungsplanes vorgeschrieben.


Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Energiebonus anzuwenden.

  • Erweiterung in die Höhe durch z.B. den Ausbau des Dachbodens
  • Erweiterung in die Tiefe (Ausbau des Tiefparterres)
  • Erweiterung in die Breite z.B. durch das Verschließen der Balkone

Ausnahmen

Jede Gemeinde hat die Möglichkeit Gebiete festzulegen, wo der Energiebonus nicht oder nur teilweise angewendet werden kann.


Für Gebäude unter Denkmalschutz bzw. Gebäude welche sich in der Nähe befinden und somit das Erscheinungsbild beeinträchtigen könnten, ist ein positives Gutachten des Denkmalamtes erforderlich. Für Gebäude, welche hingegen unter Ensembleschutz stehen oder sich in Wiedergewinnungszonen befinden, hängt es von den individuellen Bestimmungen ab, ob der Bonus in Anspruch genommen werden kann.

Der Energiebonus ist im Wald, im alpinen Grünland und im Gewerbegebiet (Ausnahme bestehende Wohngebäude) nicht anwendbar.


Übergangsregelung

Baugesuche, welche innerhalb 30 Tagen nach Veröffentlichung des Beschlusses eingereicht werden, können nach den bisherigen Bestimmungen abgeschlossen werden.

Zeitliche Begrenzung

Der Energiebonus für die Gebäudesanierung ist zeitlich befristet bis zum 31. Dezember 2019.

Wichtiges

Die gesetzlich vorgeschriebenen Gebäudeabstände (Ministerialdekret 1444 von 1968) müssen eingehalten werden.

Neu geschaffene Wohneinheiten müssen konventioniert werden.

In der Baukonzession muss die Inanspruchnahme des Baumassenbonus explizit erwähnt werden.


Kosten

Neben den Kosten für die Gebäudesanierung unterliegt die Erweiterung dem Erlass der Baukonzession.

Sowohl für die Klimahausberechnung von Seiten eines autorisierten Technikers, als auch für die Zertifizierung muss im Falle einer Erweiterung bezahlt werden (Kostenvoranschläge anfordern!)


Förderungen und Steuerbegünstigungen

Für die verschiedensten Sanierungsarbeiten sieht sowohl das Land, als auch der Staat Förderungen bzw. Steuerabzüge vor.
Weitere Details dazu im Infoblatt "Förderungen im Baubereich".


Infoblatt WA129
Stand:09/2014