Im dritten Lebensabschnitt richtig versichert


Tipps für Seniorinnen und Senioren



Damit Seniorinnen und Senioren sich in Sachen Versicherung beruhigt zurücklehnen können, sollten sie sich einmal die Mühe machen, ihre Versicherungssituation durchzudenken. Denn viele SeniorInnen sind unterversichert, andere könnten sich Geld sparen, weil sie mehrfach versichert sind.

Der Versicherungsbedarf von Seniorinnen und Senioren beschränkt sich im Normalfall auf zwei Versicherungen: auf eine sogenannte Familienhaftpflichtversicherung und auf eine Schadensversicherung gegen Brand. Eventuell kann der Hausrat auch gegen Diebstahl versichert werden.
Beide Versicherungen brauchen nur jene Seniorinnen und Senioren, die selbständig in einem eigenen Haushalt wohnen.
Wer bei Verwandten wohnt und auch bei diesen auf dem Familienbogen geführt wird, braucht nicht extra eine Haftpflicht- und eine Brandversicherung.
Wer noch Hinterbliebene zu versorgen hat sollte sich auch diesbezüglich Gedanken machen: reicht die ev. Hinterbliebenenrente für die Absicherung aus? Kommt eine Risikolebensversicherung oder Unfallversicherung in Frage? Wichtig ist: bevor eine Entscheidung getroffen wird unabhängige Information einholen.

Bleiben wir kurz bei der Haftpflichtversicherung. Diese ist eine Schadensversicherung gegenüber Dritten. Das Italienische Zivilgesetzbuch sieht nämlich vor, dass man mit seinem ganzen Besitz haftet, wenn man einem Dritten einen Schaden zufügt.
Wenn der Blumentopf vom Balkon fällt und jemanden verletzt, wenn der Hund jemanden beißt oder wenn man mit dem Fahrrad jemanden anfährt, dann muß man für den angerichteten Schaden aufkommen. Bei schweren Verletzungen oder bleibenden gesundheitlichen Schäden kann dies eine große Belastung für den Verantwortlichen werden. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale jedem Haushalt eine Familienhaftpflichtversicherung.
Wichtig: es genügt ein Versicherungsvertrag pro Familie, dieser gilt für alle Familienmitglieder, die auf dem Familienbogen aufscheinen und denselben Wohnsitz haben.
Aufzupassen ist mit den Familienhaftpflichtversicherungen, welche die Banken als Zugabe zum Konto anbieten. Bei diesen sind die Versicherungssummen oft zu niedrig gehalten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Versicherungssumme von mindestens einer Million Euro. Erkundigen Sie sich also bei Ihrer Bank, wie hoch sie versichert sind und erhöhen Sie die Summe oder wechseln Sie Versicherung, falls keine Erhöhung möglich ist.
Wenn Ihre Familie aber bereits über eine Haftpflichtversicherung verfügt, so kündigen Sie eventuelle weitere Verträge, auch jenen mit der Bank. Im Schadensfall erhalten Sie das Geld nämlich immer nur von einer Versicherung. Wenn Sie doppelt und dreifach versichert sind, nützt ihnen das nichts, sondern kompliziert die Sachlage nur zusätzlich.

Die Verbraucherzentrale bietet in Zusammenarbeit mit dem Verein Robin auch persönliche Beratungen zu Fragen der Versicherung an. Auskünfte dazu gibt es bei der Verbraucherzentrale in Bozen unter Telefon 0471 97 55 97 und bei den Außenstellen in Schlanders, Meran, Lana, Klausen, Brixen, Sterzing, Bruneck und Piccolein.


Stand: 09.2003