Lebensversicherungen: Massive Verluste bei „Ideale” und „3A Valore Reale“ von Poste VitaDie Post teilt ihren KundInnen schriftlich mit, dass zwei Lebensversicherungsprodukte (Ideale und 3A Valore Reale) von Poste Vita dem Börsencrash zum Opfer gefallen sind und bietet ein Umwandlungsprodukt an. Die Verbraucherzentrale antwortet auf Dutzende Anfragen enttäuschter Post-KundInnen. Vor einigen Wochen flatterte den Betroffenen ein Brief von „Poste Vita“ ins Haus, in welchem zu lesen war, dass ihre Lebensversicherungsverträge – die Produktnamen lauten „Ideale“ und „3A Valore Reale“ - praktisch wertlos geworden seien. Poste Vita habe aber ein Umwandlungsprodukt bereit gestellt. Auf diese Weise, so Poste Vita, kämen die Versicherten wieder zu ihrem investierten Geldbetrag. Die Versicherten ihrerseits haben großteils erst nach Rückfrage in der Verbraucherzentrale und bei Poste Vita verstanden, dass sie mit den „Poste Vita“- Verträgen Index-Linked-Lebensversicherungen ohne Kapitalgarantie unterzeichnet hatten. Index-Linked-Versicherungen sind immer an die Entwicklung eines oder mehrerer Indizes (Aktienindizes, an die Inflationsrate gekoppelte Indizes usw. …) gebunden. Was in Zeiten wie diesen bedeutet, dass das investierte Kapital samt angereiften Erträgen den Bach hinunter gehen kann. Im aktuellen Fall von „Poste Vita“ haben die Betroffenen Verträge in der Hand, die im Jahr 2002 unterzeichnet worden sind. Ursprüngliche Fälligkeit ist 2012. Der aktuelle Wert der Anlagen liegt heute bei 20,10% (Ideale) bzw. bei 46,15% (3A Valore Reale). Um noch größeren Schaden von den KundInnen abzuwenden und ihr eigenes Image zu retten, bietet Poste Vita nun allen „Geschädigten“ ein Umwandlungsprodukt namens „postafuturo ad hoc“ an. Mit diesem erhält der Konsument bei Fälligkeit - Achtung diese wird um ganze 3 Jahre verschoben - im Jahr 2015 sein einbezahltes Kapital + 5% (= 105%) zurück. Man muss dazu sagen, dass allein auf Grund der bisherigen Inflation (2002-2009=15,50%) ein Verlust von über 10% entstanden ist. Betroffene, die sich für das Umwandlungsprodukt entscheiden, aber dabei ihr Geld nicht bis 2015 ruhen lassen können, erhalten laut Vertragskonditionen bei vorzeitigem Austritt nicht viel mehr als den aktuellen Wert ihrer Anlage. Wer nicht auf das – langfristig angelegte - Umwandlungsprodukt von „Poste Vita“ umsteigen kann oder will, muss in den sauren Apfel beißen und pokern. Wer nämlich den alten Vertrag beibehält, liefert sich dem Börsengang aus: Wenn sich die Märkte wieder erholen, kann es sein, dass das Produkt „Ideale“ bei seiner Fälligkeit im Jahr 2012 ganze 116,05 % abwirft, da das Produkt eine jährliche Mindestverzinsung von 1,5% garantiert. Erholen sich die Märkte nicht mehr oder nicht in vollem Umfang, dann besteht das große Risiko, Kapital zu verlieren. Die Verbraucherschützer prüfen derzeit, ob Poste Vita beim Verkauf der beiden Index-Linked-Produkte ihre Kunden angemessen über das Investitionsrisiko aufgeklärt hat. Für weitere Informationen und eine Beratung sollten sich Betroffene an die Verbraucherzentrale (Versicherungsberatung) wenden. Presse-Information, 03.03.2009 |
AKTUELL
Positivliste zum Schutz vor Mehrjahresverträgen Eine Liste der Versicherungsvermittler, die im Bereich der S ... |