Der Telefonsozialtarif

Für die Telefonkunden der Kategorie B (also die Konsumentenhaushalte) gelten seit 1. Dezember 2001 andere Regeln, um in den Genuß des Sozialtarifs (auf 50% ermäßigte monatliche Abonnementgebühr) zu kommen. Die Reduzierung, die in der Vergangenheit nur für Wenigtelefonierer angewandt wurde, bekommt man, wenn im Haushalt:
- ein Empfänger einer zivilen Invalidenpension oder einer Sozialpension lebt, wenn eine Person über 75 Jahre oder ein arbeitsloses Familienoberhaupt vorhanden sind
und (nicht wie fälschlicherweise in der deutschsprachigen Telekommitteilung angekündigt oder)
der Indikator der Einkommens- und Vermögenlage (ISEE) den Wert von 6.713,96 Euro jährlich nicht überschreitet. Das Gesuch muß mit dem entsprechenden Vordruck (auch über www.187.com zu beziehen) eingeschrieben eingereicht werden. Beigelegt werden muß auch die ISEE-Erklärung, die bei den Steuerbeistandszentren (C.A.F.), den Gemeinden und beim INPS/NISF beantragt werden kann.
Haushalte mit einem taubstummen Mitglied haben die Möglichkeit vollständig von der monatlichen Abonnementgebühr befreit zu werden.
Nicht ganz leicht ist es den Indikator der Einkommens- und Vermögenslage (ISEE-Indicatore situazione economica equivalente) zu erklären. Zur Erhebung der Einkommenssituation des Haushaltes zählen alle Einkommen der letzten Erklärung, die der Einkommenssteuer IRPEF unterworfen sind, sowie Finanzerträge im Ausmaß der durchschnittlichen Verzinsung der 10-jährigen Schatzscheine. Für Miete können bis zu 5.164,57 Euro abgezogen werden.
Das Vermögen wird wie folgt festgelegt: das Immobiliarvermögen zählt im Ausmaß der Grundlage für die ICI-Berechnung. Davon können die Resttilgungssumme für einen eventuellen Darlehensver-trag abgezogen werden oder, wenn es günstiger für die Familie ist, eine Pauschale im Ausmaß von 51.645,70 Euro. Dieser Freibetrag ist alternativ zum Freibetrag für die Miete.
Das Mobiliarvermögen ist jenes im engeren Sinne (Bankkonto, Sparbücher, Postkonto, Wertpapiere, Finanzprodukte, Lebensversicherungen), die Beteiligungen bei nicht quotierten Gesellschaften sowie andere individuelle Vermögenswerte. Stichtag ist der 31. Dezember des Vorjahres. Es ist ein Freibetrag von 15.493,71 Euro vorgesehen.

Die Equivalenzskala

Anzahl der Familienmitglieder. Parameter

  1. 1,00
  2. 1,57
  3. 2,04
  4. 2,46
  5. 2,85

Für jedes weitere Familienmitglied ist eine Erhöhung von 0,35 vorgesehen. Ist nur ein Elternteil und Minderjähriger vorhanden so gibt es eine Erhöhung von 0,20. Für Behinderte und Invaliden über 66% ist ein Erhöhung von 0,5, für Familieneinheiten mit Minderjährigen wenn beide Elternteile mindestens 6 Monate im Jahr gearbeitet haben 0,2 vorgesehen. Diese Erhöhung gilt auch für Familieneinheiten die ausschließlich aus Minderjährigen und einem Elternteil der arbeitet bestehen.

Zur Familieneinheit gehören die Familienmitglieder laut Familienbogen sowie Personen, die einkommenssteuermäßig zu Lasten sind. Weiters sind einige Sondersituationen vorgesehen.

Die Meinung der Verbraucherzentrale

Die von der Aufsichtsbehörde für Telekommunikation getroffene Entscheidung ist unseres Erachtens ein Fehler. Es wird nämlich die Möglichkeit abgeschafft, daß wie bis November 2001, Wenigtelefonierende (ca. 100 Einheiten pro Bimester) eine reduzierte Abonnementsgebühr bezahlen. Die Intentionen der Aufsichtsbehörde waren sicherlich begrüßenswert, jedoch könnten sich die getroffenen Maßnahmen negativ auf jene vielen, vor allem älteren, Menschen auswirken, die wohl nicht eine Sozialrente bekommen, jedoch das Telefon als nützliches und sparsam genutztes Kommunikationsmittel ansehen.Unseres Erachtens hätten man die neuen Maßnahmen durchaus mit den alten zusammenlegen können.