Antitrust stoppt auf Meldung von VZS und EVZ vorbeugend
die Vermarktung der Kryptowährung „OneCoin“

Verdacht auf Pyramidensystem


Die Antitrustbehörde hat letzten Freitag im Zuge eines Untersuchungsverfahrens eine vorbeugende Verfügung erlassen, welche jegliche Werbung und Verbreitung der Kryptowährung OneCoin untersagt. Die Währung wird über die Seiten onecoinsuedtirol.it und onecoinitaliaofficia.it vertrieben; die dritte Website, onecoinitalia.com, ging nach der Einleitung des Untersuchungsverfahrens offline.

Die Meldungen der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) und des Europäischen Verbraucherzentrums Bozen (EVZ), sowie der Börsenaufsichtsbehörde Consob an die Antitrust betrafen das System, das One Network Services Ltd betreibt. Dieses System ist anscheinend auf den Beitritt zu einem Programm, das auf die Verbreitung der Kryptowährung OneCoin abzielt, ausgelegt. Dabei sollen auch „Weiterbildungspakete“ erworben werden. Dadurch sollten die VerbraucherInnen stattliche Gewinne erhalten: für eine „Investition“ von 140 Euro sollen in einer 2-Jahres-Periode z.B. 2.800 Euro ausbezahlt werden.

Laut Antitrust ist diese Darstellung der Vorteile, die ohnehin schon sehr fraglich seien, darauf ausgelegt, eine hohe Anzahl von VerbraucherInnen anzulocken, die dann möglichst viel Geld in das System investieren sollen – solcherhand ergäbe sich ein per Gesetz verbotenes Pyramidensystem.

Die Verantwortlichen konnten der Antitrust keine zufriedenstellenden Erklärungen geben, weder in Bezug auf die Funktionsweise des Systems, noch in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der versprochenen Ergebnisse.

Daher hat die Antitrust im Vorbeungungswege die Vermarktung und Verbreitung von OneCoin und der zugehörigen Weiterbildungspakete gestoppt.

Betroffene VerbraucherInnen können sich beim Europäischen Verbraucherzentrum Bozen (t. 0471-980939, info@euroconsumatori.org) informieren.




Medien-Information
Bozen, 02.01.2017